Borneo ❤️ Wilde Orang-Utans, Bako Nationalpark und Sonnenaufgang auf dem höchsten Berg Malaysias (#19)

Dieser Beitrag ist Teil unserer Serie Reise nach Neuseeland, Australien und Südostasien.

Auf unsere Reise nach Borneo habe ich (Katrin) mich ganz besonders gefreut. Der südliche Teil dieser drittgrößten Insel der Welt gehört zu Indonesien, der Norden, den wir besucht haben, zu Malaysia. Auch das kleine Land Brunei befindet sich noch im Norden Borneos.

Wilde Orang-Utans treffen

Seit ich mich während meines letzten Mastersemesters intensiv mit dem Anbau von Palmöl und der damit verbundenen Regenwaldzerstörung beschäftigt habe, wollte ich unbedingt die letzten noch freilebenden Orang-Utans (malayiisch: “Waldmensch”) sehen, die aufgrund des Verlustes ihres Lebensraumes nur noch auf der indonesischen Insel Sumatra sowie auf Borneo zu finden sind. Bereits beim Landeanflug auf die Stadt Kuching sahen wir Palmölplantagen. Malaysia ist nach Indonesien der größte Palmölproduzent der Welt. Das Öl ist für diese Länder das wichtigste Exportgut. Die Nachfrage nach Palmöl ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Es ist mittlerweile nicht nur in fast jedem zweiten Supermarktprodukt enthalten, sondern auch in Biokraftstoffen. Um Platz für neue Plantagen zu schaffen, wird immer mehr Regenwald abgeholzt und die dort lebenden Tiere finden kaum noch Rückzugsmöglichkeiten. Verirren sich Orang-Utans auf eine Palmölplantage, werden sie von den großen Palmölunternehmen rigoros erschossen, die Jungtiere illegal als Haustiere verkauft.

In der Nähe von Kuching befindet sich ein geschütztes Reservat, in dem seit 1975 verletzte Tiere aufgenommen und gesund gepflegt werden. Nach ihrer Genesung werden die Tiere wieder in die Freiheit entlassen und können geschützt im Reservat leben.
Ein Besuch im Semenggoh Wildlife Centre in Borneo garantiert nicht, dass man wirklich einen Orang-Utan zu Gesicht bekommt, wie uns mehrfach gesagt wurde (“You’re not in a zoo”). Die Tiere entscheiden selbst, ob sie zu einer der Fütterungen kommen wollen, die 2 Mal täglich stattfinden, oder eben nicht. Außerhalb der Früchtesaison, die im März endet, ist die Chance Affen anzutreffen größer, da sie dann weniger Früchte im Regenwald finden.

Und so hatten wir großes Glück, dass sich bei unserem Besuch zur Fütterung um 15 Uhr sogar sechs Orang-Utans zeigten! Zunächst ein Muttertier mit ihrem Jungen an einer der Futterplattformen. Etwas später sahen wir an einer anderen zwei weitere Weibchen und ein erst sechs Monate altes Jungtier sowie einen großen männlichen Affen.

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Baby Orang-Utan

Es war unbeschreiblich schön die friedlichen Tiere in Freiheit erleben zu können und zu sehen wie gut es ihnen hier geht. Die Weibchen kümmerten sich rührend um ihre Jungen und reichten ihnen Kokosnüsse und anderes Obst, nachdem sie es geöffnet hatten.

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Affenmännchen an einer Futterplattform

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Ein sehr berührendes Erlebnis und zugleich der unerträgliche Gedanke, wie man diese wundervollen, dem Menschen so ähnlichen Tiere einfach aus Profitgier töten kann…

Nach etwa einer Stunde verschwanden die Affen wieder im Wald und wir machten uns mit dem Gefühl, die letzten Orang-Utans in Freiheit so nah erlebt haben zu dürfen auf den Rückweg nach Kuching. Hier verbrachten wir den Abend am Hotelpool mit Blick auf die Stadt. Gleich am nächsten Morgen ging es weiter in Richtung Bako Nationalpark.

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Bako Nationalpark

Der Bako Nationalpark befindet sich nördlich von Kuching. Nach ca. einer halbstündigen Fahrt muss man ein Boot nehmen, um vorbei an Mangrovenwäldern in den Park zu gelangen. Dabei ist dringend davon abzuraten die Hände ins Wasser zu strecken, da sich dort Krokodile aufhalten können… Wir sahen leider keins.

Weil wir aus Empfehlungen wussten, dass der Park sehr schön ist und man am besten nicht nur einen Tag bleibt, hatten wir auch eine Übernachtung gebucht. Noch bevor wir überhaupt das Hauptgebäude erreichten, haben wir bereits einen Nasenaffen in den Bäumen gesehen. Diese leben nur auf Borneo und sind auch im Nationalpark zu finden. Es gibt verschiedene Wege, auf denen man den Park erkunden kann. Um wirklich alles sehen zu können, müsste man aber einige Tage bleiben.

Nasenaffe

Unsere erste Wanderung führte uns über abwechslungsreiches Terrain zu einem sehr schönen Strand, an dem man ganz plötzlich stand, nachdem man sich gerade noch im Urwald befand (s. Video).

Wanderwege
Tolle Wanderrouten im Nationalpark
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Wir waren froh uns nach dem anstrengenden Track bei wieder mal heißen Temperaturen und extrem hoher Luftfeuchtigkeit etwas im Meer abkühlen zu können. Auch einige weitere Nasenaffen konnten wir beim Fressen in den Bäumen und Büschen beobachten. Spätestens hier stellten wir jedoch fest, dass wir uns doch mal eine ordentliche Kamera anschaffen müssen…

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Zurück am Hauptgebäude, in dem man sich jedes Mal in eine Liste ein- und austragen muss, wenn man eine Wanderung unternimmt, starteten wir zum nächsten Track, der uns ebenfalls über sehr schöne, aber anstrengende Wege ans Meer führte. Sehr schön fanden wir auch, dass man im Nationalpark kaum anderen Menschen begegnet und man somit die Wege und tollen Aussichtspunkte für sich alleine hat.

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Bei Ebbe stehen die Mangrovenbäume nicht im Wasser
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Jeden Tag muss man bis spätestens 17 Uhr zurück am Hauptgebäude sein, um nicht Gefahr zu laufen bei Dunkelheit ohne Licht im Regenwald verloren zu gehen. Am Abend haben wir noch mit Kopflampen ausgestattet an einer 2-stündigen Nachtwanderung teilgenommen. Die lokalen Guides machten uns auf allerhand kleineres und größeres Krabbelgetier aufmerksam, darunter auch verschiedene Schlangenarten, die wir aber aufgrund der bescheidenen Bildqualität der Handykamera bei Nacht nicht festhalten konnten.

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Ein paar Bartschweine zeigten sich uns auch

Nach dieser dritten Wanderung des Tages waren wir froh ins Bett gehen zu können, auch wenn unser Zimmer außer Betten, einem kleinen Ventilator und überraschenderweise einem Kühlschrank gar nix enthielt (gut dass wir Moskitonetze dabei hatten!). Für unseren zweiten Tag im Nationalpark hatten wir uns zwei längere Wanderungen vorgenommen, die sich kombinieren ließen, und die zeitlich bis 15 Uhr zu schaffen waren, da zu der Zeit leider schon das letzte Boot zurück zum Festland fuhr. Die Tracks waren ebenfalls wieder anspruchsvoll, belohnten einen aber mit wunderschönen Ausblicken.

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Bei Tageslicht gelang es uns dann doch noch eine kleine Schlange vor die Linse zu bekommen.

Mount Kinabalu

Am darauffolgenden Tag ging unser nächster Flug dann nach Kota Kinabalu, das sich im Nordosten Borneos befindet. Von hier aus startete unser großes Abenteuer: Die Besteigung des mit 4095 Metern höchsten Bergs Malaysias, des Mount Kinabalu.

Der Aufstieg erfolgt innerhalb von 2 Tagen, wobei wir als zusätzliche Aktivität eine Via Ferrata (Klettern am Berg) nach dem Gipfelsturm gebucht hatten. Früh am Morgen wurden wir vor unserem Hotel in der Stadt abgeholt und fuhren noch fast 2 Stunden bis zum Fuße des Berges, von wo aus die Besteigung startete. Hier erhielten wir unsere Climbing Permits, trafen auf viele andere Bergsteiger und ihre Guides und lernten auch unseren Guide Andy kennen, der uns die beiden Tage über begleitete.

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Bereit für den Aufstieg

Gegen 9:15 Uhr ging es dann schließlich los und meine Lust auf 6 km fast ausschließlich Treppensteigen hielt sich doch ziemlich in Grenzen. Schließlich wollte Philipp die Tour unbedingt machen und ich wurde gar nicht richtig gefragt… Aber da musste ich nun durch und empfand die ersten etwa 3 km sogar als ganz gut machbar, da wir uns glücklicherweise einen Wanderstock ausgeliehen hatten, der sich als äußerst nützlich erwies. Auch das Wetter meinte es noch gut mit uns. Auf dem Weg befanden sich alle etwa 700 bis 1000 Meter kleine Rest Points, an denen man kurze Trink- und Verschnaufpausen einlegen konnte.

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Step after Step…
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Hier ließ sich ein Teil dessen erahnen, was wir noch vor uns hatten. Die Spitze ist allerdings von diesem Punkt aus gar nicht zu sehen.

Als wir kurz vor Mittag den Lunch Point erreichten und unser mitgebrachtes Essen auspackten, schlug dann sehr plötzlich das Wetter um und es begann zu regnen und zu stürmen. Das verbesserte meine Laune nicht im Geringsten und ich bereute es, nicht mal selbst gegoogelt zu haben, was Philipp da eigentlich gebucht hatte. Nur wenige hundert Meter später verschwand der Regen dann zum Glück so schnell wieder, wie er gekommen war. Nicht nur ich, sondern auch Philipp war wegen einer Erkältung mittlerweile allerdings ziemlich erschöpft. So quälten wir uns die verbleibenden Kilometer Stufe um Stufe nach oben bis zur Höhe von knapp 3300 Metern, wo sich eine Hütte befand, auf der wir übernachtet haben. Dabei mussten wir beim Aufstieg ständig die Uhr im Hinterkopf haben. Da wir die Via Ferrata gebucht hatten, mussten wir bis spätestens 15 Uhr an der Hütte sein, um das Briefing mitzubekommen.

Auf dem Weg sahen wir auch ein paar fleischfressende Pflanzen. Hab meinen Finger mal rein gehalten 😀

Fleischfressende Pflanze
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Ich (völlig fertig) neben Andy, unserem Guide, der diese Tour unglaubliche 2-3 Mal die Woche macht!

Um 14:20 Uhr hatten wir es dann endlich geschafft! Zum Glück hatten wir noch Zeit für eine Dusche, die dank Solarenergie sogar heiß war, und konnten die schöne Aussicht genießen, ehe das Briefing losging. Das Wetter ändert sich in dieser Höhe quasi alle paar Sekunden. War es gerade noch sonnig und man konnte seinen Blick in die Ferne schweifen lassen, so konnte es nur wenige Sekunden später so neblig sein, dass man nur noch wenige Meter Sicht hatte.

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Wolkenzimmerhaus… Blick aus unserem Zimmer für diesen Abend

Sämtliche Gebäudeteile und Einrichtungen, die sich in diesem Base Camp befinden, konnten nicht per Hubschrauber auf den Berg transportiert werden, da es für Flüge bei diesem ständig wechselnden und unvorhersehbaren Wetter keine Genehmigungen gibt. Deshalb muss ALLES von Menschen hochgetragen werden. So begegneten uns beim Aufstieg viele sogenannte Porter, die Nahrungsmittel oder auch ganze Gebäudeteile für neue Hütten auf ihrem Rücken trugen, bis zu 40 kg!

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Sonnenuntergang im Base Camp

Das Briefing, zu dem es nicht alle Teilnehmer rechtzeitig geschafft hatten, war weniger spannend, da wir bereits in Neuseeland eine Via Ferrata gemacht hatten. Nach dem anschließenden überraschend guten Abendessen gingen wir bald zu Bett, denn es sollte eine kurze Nacht werden. Um 1:45 Uhr wurden wir bereits geweckt, denn das Ziel war, den Gipfel noch vor dem Sonnenaufgang zu erreichen. Leider hatte die Anstrengung des Vortages Philipp aufgrund der Erkältung sehr zugesetzt. An diesem Morgen fühlte er sich nicht gut und hatte Fieber, sodass er leider keine andere Wahl hatte als im Bett zu bleiben. Ich war hin und her gerissen, bei ihm zu bleiben oder es alleine zu versuchen. Schließlich siegte dann doch die Neugier, ob ich es tatsächlich bis zum Gipfel schaffen würde. So machte ich mich zusammen mit Andy und allen anderen um 2:30 Uhr mit Kopflampen ausgestattet auf den Weg Richtung Spitze.

Die ersten 800 Meter waren genau wie am Tag zuvor Stufen. Erst als wir die Baumgrenze erreichten und der Wind deutlich auffrischte, kamen wir auf offenes Terrain. Hier mussten wir uns teilweise an einem Seil nach oben ziehen, um die glatten Felsen passieren zu können. Trotz der Anstrengungen des ersten Aufstiegs und des wenigen Schlafs war ich ziemlich fit und mich spornte der Gedanke an, es für uns beide schaffen zu wollen.

Nach einem Checkpoint, den ich gegen 4 Uhr erreichte, waren es noch einige hundert Meter bis zum Gipfel. Von hier an unterhielt ich mich lange mit Andy, was mir den verbleibenden Weg kürzer erschienen ließ. Da ich gut voran kam, machte mich Andy bald drauf aufmerksam, dass wir nur noch wenige Meter hinter den ersten drei Bergsteigern und ihren Guides waren. Hinter uns sahen wir in einigem Abstand die Lichter der anderen, die mittlerweile ein gutes Stück zurück lagen. Rasch konnte ich dann zu den Schnellsten aufschließen und war erstaunt über mich selbst, wo ich diese Energie her nahm. So erreichte unsere Gruppe um 5:10 Uhr noch in der Dunkelheit den Gipfel des Mount Kinabalu. Ich war sehr erleichtert und stolz zugleich, es tatsächlich bis hier her geschafft zu haben.

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4095 Meter – I made it!! 🙂

Nachdem ich mich nicht mehr bewegte und am Gipfel dem eisig pfeifenden Wind bei Temperaturen um den Gefrierpunkt ausgesetzt war, begann ich sehr schnell zu frieren. Ich war nicht mal mehr in der Lage einen Schluck zu trinken, da meine Finger eingefroren waren.

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Eingewickelt in Andys Sicherheitsdecke – trotzdem war’s eiskalt…

Gegen halb 6 ging dann langsam die Sonne auf.

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Nach einer knappen Stunde am Gipfel begannen Andy und ich dann mit dem Abstieg zurück zum Checkpoint. Von dort aus startete die Via Ferrata.

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Beim Abstieg vor der etwas niedrigeren Südspitze des Mount Kinabalu

Neben mir hatten einige weitere Teilnehmer die sogenannte “Walk the Torq” Via Ferrata gebucht. Diejenigen, die am Vortag jedoch zu langsam waren, konnten sie nicht wahrnehmen. Bis 8 Uhr musste man den Abstieg zum Checkpoint geschafft haben. Ich war bereits um 7 Uhr dort und wollte ungern eine Stunde warten, da alle Teilnehmer gemeinsam starten müssen. Glücklicherweise hat sich dann aber einer der Via Ferrata-Guides bereit erklärt, die Tour mit mir alleine zu machen. Der erste Teil der Rundstrecke ging bergab, was ich noch leicht und schnell bewältigen konnte. Danach musste man allerdings wieder bergauf klettern, was ziemlich kräftezehrend war nach den Anstrengungen der vergangenen Stunden.

Via Ferrata
mein Guide auf der Via Ferrata
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Kurze Pause beim Bergaufklettern mit Aussicht aufs Base Camp
Via Ferrata

Zurück am Ausgangspunkt der Via Ferrata machte ich mich auf den Weg zum weiteren Abstieg hinunter zum Base Camp. Diese paar hundert Meter kamen mir vor wie eine Ewigkeit, da sich inzwischen Erschöpfung, Hunger und Müdigkeit deutlich bemerkbar machten und ich dringend eine Pause brauchte.

Im Base Camp angekommen war ich erstmal froh zu hören, dass es Philipp besser ging und er sich gut genug fühlte, die 3300 Meter bis zum Fuße des Berges hinabzusteigen. Nach einem kurzen Frühstück starteten wir schließlich gemeinsam mit Andy zum weiteren Abstieg. Nach dieser Pause fühlten sich meine Beine inzwischen an wie Pudding. Ich ahnte bereits, dass die kommenden Stunden eine Qual werden würden…

Bereits von unserer ersten Bergbesteigung in Neuseeland wusste ich, dass der Abstieg nicht zu unterschätzen ist und sehr hart werden kann. Aber dass es so schlimm wird hätte ich nicht gedacht. Ich wurde immer langsamer, während vor allem Knie und Oberschenkel immer mehr schmerzten. Nach über 3,5 Stunden waren wir dann endlich unten.

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Das war das Härteste, was ich je gemacht hab!!!

Nach erneuter 2-stündiger Rückfahrt nach Kota Kinabalu bei monsunartigen Regengüssen wollte ich nur noch duschen, essen und schlafen. Am nächsten Morgen konnte ich vor Muskelkater kaum aufstehen. Aber wir mussten wieder zum Flughafen und weiter nach Kuala Lumpur.

Rückblickend war die Bergbesteigung eine interessante Erfahrung, die ich aber nicht nochmal machen muss 😀

Jetzt zur Halbzeit unserer Reise kann ich definitiv schon sagen, dass Borneo ein echtes Highlight war und ich auf jeden Fall nochmal hierher zurückkommen will.

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